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Kinder erzählen uns jeden Tag, wie es ihnen geht.
Nur selten tun sie das mit Worten.
Wenn Eltern beginnen, mit anderen Augen zu sehen, kann etwas Berührendes geschehen:
Aus Anspannung wird Erleichterung. Aus Unsicherheit entsteht Vertrauen. Und plötzlich muss das Kind nicht mehr „anders werden“.
Es darf sein, wie es ist.
Und auch Eltern dürfen spüren:
Wir sind gut, so wie wir sind.
Eine junge Mama hat mir einmal rückgemeldet, wie erleichtert sie darüber sei, dass ihr endlich niemand sage, dass sie alles falsch mache.
Genau darum geht es mir.
Ich möchte nicht in „richtig“ oder „falsch“ einordnen. Denn zum Elternsein gehört auch, nicht immer zu wissen, was der richtige Weg ist. Es gehört dazu, Fehler zu machen, sich selbst ein Scheitern zu erlauben – und vielleicht sogar zu erleben, dass genau darin etwas Wertvolles liegen kann. Denn Kinder lernen nicht nur aus dem, was wir ihnen sagen. Sie erleben auch, wie wir mit uns selbst umgehen.
Dürfen wir Fehler machen? Dürfen wir innehalten und sagen: Das war vielleicht nicht gut. Ich versuche es noch einmal.
Dürfen wir freundlich mit uns selbst sein, wenn etwas anders läuft, als wir es uns gewünscht haben?
Vielleicht ist genau das eine der wertvollsten Botschaften, die wir unseren Kindern mitgeben können: Du musst nicht perfekt sein. Ich muss es auch nicht sein. Wir dürfen lernen. Und manchmal braucht es dafür nur einen kleinen Perspektivwechsel. Setzt man die Buchstaben von FEHLER einmal an eine andere Stelle, wird daraus: HELFER
Für mich steckt darin eine wunderbare Erkenntnis: Vielleicht ist ein Fehler nicht das Ende eines Weges. Vielleicht kann er uns sogar ein Stück weiterhelfen.
